![]() |
![]() |
Die Zukunft liegt im Bauchladen-Journalismus
Die Medienbranche ist im Wandel: Überall werden Stellen gestrichen. Gleichzeitig strömen immer mehr Nachwuchsjournalisten auf den Medienmarkt. Kein Wunder, dass sich unter den Medienmachern Zukunftsängste breitmachen. Im Workshop III bemühte sich Referent Wolfgang Kiesel deswegen, den Teilnehmern neue Wege in den freien Journalismus aufzuzeigen und ihnen die Angst vor dieser neuen Form der Arbeit zu nehmen. Von Andreas Stein Die Schwarzmalerei einiger Branchenkenner will Wolfgang Kiesel so nicht stehenlassen. "Wir haben keine Medienkrise", sagt er bestimmt. Vielmehr wurden die Medien in den letzten Jahren massiv umstrukturiert. Deshalb stehen die Chancen für viele junge Berufsstarter schlecht. "Existenzängste sind normal, denn in vielen Redaktionen geht die Sense um", weiß der erfahrene Medienmacher Kiesel. Viele Journalisten müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass sie an ihrem momentanen Arbeitsplatz nicht bis zur Rente bleiben werden. Karrierenvielfalt
Rechtssicher Nur wer Netzwerke aufbaut, sich Alternativen und Nischen in der Medienbranche sucht, hat in Zukunft eine Chance. Darum erläuterte Kiesel die verschiedenen Arbeitsformen der freien Journalisten und stellte ihre Stärken und Schwächen gegenüber. Vom Arbeitsplatz zuhause bis hin zur eigenen Firma ist dabei alles möglich. Außerdem erklärte Wolfgang Kiesel die verschiedenen möglichen Rechtsformen, in denen man sich als freier Journalist organisieren kann. Vom klassischen Freiberufler über die GmbH bis hin zur Genossenschaft - auch hier gibt es keinen einzig richtigen Weg. Kiesel warnt aber vor der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), da man im Fall einer Klage gegen Partner der eigenen Firma mit seinem kompletten Privatvermögen haftet. Dagegen empfiehlt er die traditionsreiche Rechtsform der Offenen Handelsgesellschaft (OHG), wo man sich schon für wenig Geld den eigenen Firmennamen sichern kann und ein Haftungsschutz für die Gesellschafter existiert. Fazit von Workshop III: Wer flexibel und spezialisiert ist, findet laut Wolfgang Kiesel auch im neuen Medienzeitalter seinen Platz. |
||||||